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Dienstag, 27. April 2010
21.04.2009
Ein scheinbar ganz normaler Besuch beim Frauenarzt, ein Tag den ich nie vergessen werde. Eine Überweisung in ein Brustzentrum, eine Woche voll Angst und Ungewissheit.
Samstag, 13. März 2010
Krebsnachlese: FEC Nr.5
Begann wie alle Anderen auch. Nur, dass es morgens auf der Fahrt ins Krankenhaus, schon herbstlich kühl und nebelig war. Kein Wunder, am 16. September.
Zuerst Guten Tag sagen bei der breast care nurse, Laborzettel abgeben, dann Zimmer beziehen, Gespräch und Untersuchung beim Chefarzt. Warten auf den nächsten Arzt, der den Port ansticht und erst mal das Dexamethason anhängt, 0,9% NaCl dazu, dann die Chemo selbst, wie immer Epirubicin zuerst. Alles Routine. Aber dann läuft irgendetwas verkehrt. Nach ca. 1/3 des Epirubicin wird mir komisch. Undefinierbar, nicht übel aber irgendwie schwach, müde, abnormal. Jede Chemo ist ein Überraschungsei, also denke ich mir nichts besonderes dabei. Ich liege im Bett, meine Mutter sitzt mir gegenüber und wir diskutieren über irgendwelche Ereignisse, lachen, scherzen, lästern. Ein paar Minuten später bekomme ich Schüttelfrost und werde tierisch müde. Kann kein Gespräch mehr fortsetzen und fühle mich hundeelend. Die Krankenschwester misst Blutdruck, Puls und Fieber, alles ok. Holt schliesslich die Ärztin, die erst mal die Epirubicin-Infusion beendet und mir Blut abnimmt. Schliesslich kommt auch noch die Oberärztin, aber so wirklich kann sich niemand erklären, was da gerade los ist. Ich bin müde, es juckt, ich verkrieche mich unter der Bettdecke und schlafe. Die Blutwerte sind in Ordnung, die Chemo soll mit den anderen beiden Substanzen weiter laufen. Ok, wird gemacht ich schlafe weiter. Als die Chemo durch ist schlafe ich immer noch. Meine Mutter möchte mich ins Auto packen und nach Hause fahren. Ich kann nicht. Ich will schlafen. Mir gruselt vor dem Gedanken das Bett zu verlassen, es fühlt sich an wie in Trance, wie auf einem Drogentrip. Die Welt dreht sich um meine Längsachse. Also wurde beschlossen, dass ich im Krankenhaus bleiben muß. Ich empfinde das als Segen, ich glaube, ich wäre so nicht bis zum Auto gekommen. Irgendwann kommt der Chefarzt noch einmal zur Visite, meint was von allergischer Reaktion und dass ich mehr Dexamethason nehmen soll. Danach schlafe ich wieder ein, werde nur kurz zwischendurch wach um aufs WC zu tapsen. Da ist es aber draussen schon dunkel, dann weckt mich die Nachtschwester kurz und will wissen wie es mir geht. Gefühlt nur einen Augenblick später steht die nächste Schwester neben meinem Bett und erzählt etwas von Chefarztvisite. Also muß es schon Donnerstag Morgen sein. Und schon ist die Visite da und auch gleich wieder weg, ich schlafe weiter. Rufe meine Mutter an, dass sie mich abholen kommen soll. Dann noch ein Gespräch mit dem Chefarzt, er weiß nicht, was diese Zustände verursacht. Zusammen mit dem Juckreiz könnte das eine allergische Reaktion sein, das hätte er aber in Zusammenhang mit Epirubicin noch nie gesehen. Gut, dann bin ich wieder einmal die erste. Inzwischen habe ich 17 Stunden beinahe am Stück geschlafen. Am Weg nach Hause bin ich wach, zuhause falle ich quasi aufs Sofa und schlafe weiter. Es juckt und mir ist kalt. Insgesamt zieht sich dieser Katastrophenzustand bis Samstag, dann kommen langsam die Lebensgeister wieder.
Erst Wochen später, bei der ersten Nachsorge erzählt mir eine Schwesternschülerin, dass sie in besagter Nacht in 15min-Abständen in mein Zimmer gucken musste, überwachen wie es mir geht. Ich habe nur ein einziges Mal mitbekommen.
Jedenfalls ist seit diesem Chemozyklus meine Neurodermitis mit voller Wucht zurück (falls sie jemals weg war), bis heute sind Juckreiz und Ekzeme wieder tägliches Thema.
Zuerst Guten Tag sagen bei der breast care nurse, Laborzettel abgeben, dann Zimmer beziehen, Gespräch und Untersuchung beim Chefarzt. Warten auf den nächsten Arzt, der den Port ansticht und erst mal das Dexamethason anhängt, 0,9% NaCl dazu, dann die Chemo selbst, wie immer Epirubicin zuerst. Alles Routine. Aber dann läuft irgendetwas verkehrt. Nach ca. 1/3 des Epirubicin wird mir komisch. Undefinierbar, nicht übel aber irgendwie schwach, müde, abnormal. Jede Chemo ist ein Überraschungsei, also denke ich mir nichts besonderes dabei. Ich liege im Bett, meine Mutter sitzt mir gegenüber und wir diskutieren über irgendwelche Ereignisse, lachen, scherzen, lästern. Ein paar Minuten später bekomme ich Schüttelfrost und werde tierisch müde. Kann kein Gespräch mehr fortsetzen und fühle mich hundeelend. Die Krankenschwester misst Blutdruck, Puls und Fieber, alles ok. Holt schliesslich die Ärztin, die erst mal die Epirubicin-Infusion beendet und mir Blut abnimmt. Schliesslich kommt auch noch die Oberärztin, aber so wirklich kann sich niemand erklären, was da gerade los ist. Ich bin müde, es juckt, ich verkrieche mich unter der Bettdecke und schlafe. Die Blutwerte sind in Ordnung, die Chemo soll mit den anderen beiden Substanzen weiter laufen. Ok, wird gemacht ich schlafe weiter. Als die Chemo durch ist schlafe ich immer noch. Meine Mutter möchte mich ins Auto packen und nach Hause fahren. Ich kann nicht. Ich will schlafen. Mir gruselt vor dem Gedanken das Bett zu verlassen, es fühlt sich an wie in Trance, wie auf einem Drogentrip. Die Welt dreht sich um meine Längsachse. Also wurde beschlossen, dass ich im Krankenhaus bleiben muß. Ich empfinde das als Segen, ich glaube, ich wäre so nicht bis zum Auto gekommen. Irgendwann kommt der Chefarzt noch einmal zur Visite, meint was von allergischer Reaktion und dass ich mehr Dexamethason nehmen soll. Danach schlafe ich wieder ein, werde nur kurz zwischendurch wach um aufs WC zu tapsen. Da ist es aber draussen schon dunkel, dann weckt mich die Nachtschwester kurz und will wissen wie es mir geht. Gefühlt nur einen Augenblick später steht die nächste Schwester neben meinem Bett und erzählt etwas von Chefarztvisite. Also muß es schon Donnerstag Morgen sein. Und schon ist die Visite da und auch gleich wieder weg, ich schlafe weiter. Rufe meine Mutter an, dass sie mich abholen kommen soll. Dann noch ein Gespräch mit dem Chefarzt, er weiß nicht, was diese Zustände verursacht. Zusammen mit dem Juckreiz könnte das eine allergische Reaktion sein, das hätte er aber in Zusammenhang mit Epirubicin noch nie gesehen. Gut, dann bin ich wieder einmal die erste. Inzwischen habe ich 17 Stunden beinahe am Stück geschlafen. Am Weg nach Hause bin ich wach, zuhause falle ich quasi aufs Sofa und schlafe weiter. Es juckt und mir ist kalt. Insgesamt zieht sich dieser Katastrophenzustand bis Samstag, dann kommen langsam die Lebensgeister wieder.
Erst Wochen später, bei der ersten Nachsorge erzählt mir eine Schwesternschülerin, dass sie in besagter Nacht in 15min-Abständen in mein Zimmer gucken musste, überwachen wie es mir geht. Ich habe nur ein einziges Mal mitbekommen.
Jedenfalls ist seit diesem Chemozyklus meine Neurodermitis mit voller Wucht zurück (falls sie jemals weg war), bis heute sind Juckreiz und Ekzeme wieder tägliches Thema.
Krebsnachlese: Sommernachlese
Ich habe das Gefühl, jemand hat mir den Sommer geklaut. Es ist Mitte September, es wird kühler und die Tage schon deutlich kürzer. Der Sommer war lang, sonnig und heiss, aber irgendwie fehlte das Leichte, das Unbeschwerte, das Sommerfeeling. Ich bin es nicht gewohnt, Veranstaltungen zu meiden weil ich Menschenansammlungen meiden soll. Ich will mich an diesen Zustand auch nicht gewöhnen und war trotzdem auf diversen Sommerfesten, wenn auch immer nur sehr kurz. Um spätestens 22.30 muß ich nämlich im Bett sein um am nächsten Morgen trotzdem bis um 9.00 zu pennen. Und ein Mittagsschläfchen muß natürlich auch sein. Am Kopf wachsen erste Haare, ganz vorsichtig, ganz dünn und fast unsichtbar hell, als ob sie sich verstecken wollten. Dafür verabschieden sich noch mehr Augenbrauen und Wimpern.
Weil ich das Gefühl habe, dass mein Gehirn langsam aber sicher einrostet nehme ich an einer Fortbildung in Damp teil. Das waren einige schöne Tage an der Ostsee, mit viel Spaß mit Kollegen und reichlich Abwechslung. Natürlich wusste dort niemand was Sache ist. Einzig der Kollege, der im Untersuchungskurs meine HWS untersuchen musste hat danach ganz dezent gefragt, warum ich mit einer Perücke herumlaufe.
Ein Shoppinggtrip in Hamburg wird zur Belastungsprobe, sorgt aber auch für Abwechslung und Entspannung. Ich versuche immer wieder ein bisschen Sport zu machen. Joggen ist wegen meiner geschwollenen Beine und inzwischen fast 10kg mehr auf den Rippen beinahe unmöglich. Rennrad fahren (bzw. schleichen) geht aber gut und damit kann ich mich auch gut beschäftigen. Einfach raus, in die Natur, in die Sonne, in die frische Luft.
Weil ich das Gefühl habe, dass mein Gehirn langsam aber sicher einrostet nehme ich an einer Fortbildung in Damp teil. Das waren einige schöne Tage an der Ostsee, mit viel Spaß mit Kollegen und reichlich Abwechslung. Natürlich wusste dort niemand was Sache ist. Einzig der Kollege, der im Untersuchungskurs meine HWS untersuchen musste hat danach ganz dezent gefragt, warum ich mit einer Perücke herumlaufe.
Ein Shoppinggtrip in Hamburg wird zur Belastungsprobe, sorgt aber auch für Abwechslung und Entspannung. Ich versuche immer wieder ein bisschen Sport zu machen. Joggen ist wegen meiner geschwollenen Beine und inzwischen fast 10kg mehr auf den Rippen beinahe unmöglich. Rennrad fahren (bzw. schleichen) geht aber gut und damit kann ich mich auch gut beschäftigen. Einfach raus, in die Natur, in die Sonne, in die frische Luft.
Freitag, 5. März 2010
Krebsnachlese: FEC Teil 4
Muß irgendwie unspektakulär gewesen sein. Allerdings war mir, dank neuer Medikamente, diesmal nicht übel. Irgendwie wiederholt sich jetzt alles. Chemo, 3 Tage richtig elend krank, drei Tage nicht mehr ganz so krank, 2 Wochen Ruhe und alles wieder von vorne. Am Körper findet sich kein einziges Haar mehr, am Kopf halten einige Wimpern und Augenbrauen tapfer die Stellung. Meine Eltern kommen tapfer einige Tage vor jeder Chemo und bleiben über eine Woche. Die Insel wird zu unserem 2. Wohnzimmer.
Ach, und es ist Hochsommer. So sommerlich, dass es am Nordseestrand in St. Peter Ording zugeht wie sonst nur an der oberen Adria in Italien. Sonnenschirm reiht sich an Sonnenschirm, Strandmuschel an Strandmuschel. Menschenmassen liegen am Strand und tummeln sich im Ort. Dieser Sommer könnte soooooo schön sein. Ich selbst bin übrigens auch so gut wie jeden Tag am Strand. Schwimmen traue ich mich zwar nicht, weil ich Angst habe Wasser zu schlucken und mir irgendwelche Bakterien einzufangen aber ich mische mich unter die Urlauber und geniesse die Stimmung so gut es eben geht.
Ach, und es ist Hochsommer. So sommerlich, dass es am Nordseestrand in St. Peter Ording zugeht wie sonst nur an der oberen Adria in Italien. Sonnenschirm reiht sich an Sonnenschirm, Strandmuschel an Strandmuschel. Menschenmassen liegen am Strand und tummeln sich im Ort. Dieser Sommer könnte soooooo schön sein. Ich selbst bin übrigens auch so gut wie jeden Tag am Strand. Schwimmen traue ich mich zwar nicht, weil ich Angst habe Wasser zu schlucken und mir irgendwelche Bakterien einzufangen aber ich mische mich unter die Urlauber und geniesse die Stimmung so gut es eben geht.
Donnerstag, 25. Februar 2010
Krebsnachlese - FEC Teil 3
Jede Chemo ist ein Überraschungsei, das war die Antwort des Gynäkologen auf meine Frage nach Nebenwirkungen. Chemo Nr. 1 überraschte mit fast keinen Nebenwirkungen, Chemo Nr. 2 mit Port-Komplikationen und Nr. 3 mit Übelkeit. Das Klischee der kot... Chemopatientin wurde also voll und ganz erfüllt. Ganz schlimm waren die ersten beiden Tage, aber insgesamt zog sich Übelkeit über eine ganze Woche und liess sich mit allen erdenklichen Medikamenten eben nicht bekämpfen. Danach gings mir schlagartig wieder gut, wenn man mal von kaputten Schleimhäuten und anderen Details absieht. Der Sommer war in diesen Phasen durchaus schön, so oft war ich noch nie am Strand. Beinahe täglich kommen Freunde zu Besuch, Kaffee und Kuchen im Sonnenschein auf meiner Terrasse entwickeln sich zum Klassiker. Mit dem Rennrad durch die Landschaft bummeln ist ein entspannender Zeitvertreib, wenn man dabei alle Gedanken an "was war vorher" aus der Birne streicht. Dafür finde ich aber auch die Zeit, am Deich stehen zu bleiben, den Lämmern beim Toben zuzuschauen, die Zugvögel zu beobachten, mir die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen....
Montag, 27. Juli 2009
FEC Teil 2
Huch, schon lange kein Posting mehr...
Kaum gings mir nach der ersten Chemo wieder richtig gut wars auch schon wieder Zeit für die zweite. Und mit richtig gut meine ich richtig gut - ich war laufen, Rad fahren, spazieren, am Strand fläzen, alles was das Herz begehrt. Sportliche Aktivitäten zwar kürzer und weniger intensiv als sonst, aber es funktioniert immerhin. 2 Tage vor der Chemo brach dann kurzfristig die Panik aus - Zahnschmerzen. Diese wurden Montag nachmittag aber als harmloses Karies identifiziert, behandelt und gut wars.
Die Chemotherapie selbst war dann ein einziges Affentheater. Assistenzarzt sticht den Port an, es läuft genau nix. Er probiert ein bisschen rum, es tut sich nix. Er krigt die Krise, denkt er hat einen Fehler gemacht und holt die Oberärztin. Die schaut sich die Sache mal an, die Nadel sitzt richtig, probiert auch ein bisschen rum - es tut sich weiterhin fast nix. Kaum ein Tropfen NaCl-Lösung will durch dem Port. Die Schwester hängt das Fortecortin an, vielleicht läuft das besser? fehlanzeige, jetzt tropft es noch seltener. Oberärztin kommt nocheinmal, neuer Stich, tut aasig weh, nutzt aber nix. Erneutes Verschieben und Verdrehen der Nadel, nix. Ok, es muß der Anästhesist her, der den Port gelegt hat. Der ist aber im OP unabkömmlich. Inzwischen soll ich schon mal in die Radiologie, Kontrastmitteldarstellung des Ports. Also warten auf den Abruf und dann Abmarsch ins Röntgen. Beim Aufstehen tropft auf einmal Blut aus der Einstichstelle am Port und landet ganz dezent auf meinem schönen weißen Rock. Gut, Rötgen wurde mit Müh und Plage durchgeführt, da der Bildschirm der Durchleuchtungsanlage ausgerechnet während meiner Untersuchung das Zeitliche gesegnet hat. Ergebnis: Soweit alles ok., der Venenkatheter macht allerdings im Gefäß eine M-förmige Verbiegung. Sieht beinahe aus wie der Anfangsbuchtsabe einer berühmten Fastfood-Kette. Das könnte die Ursache des Übels sein, ist spontan aber nicht behebbar. Mir werden 2 Alternativen vorgeschlagen: Chemo über die Armvene oder den Zyklus verschieben. Ich zeige der OÄ beinahe den Vogel wegen Option1, bin völlig entnervt und wähle Option 3: Ich sitze das aus, hier und jetzt. Und wenn die Infusionen bis Mitternacht dauern, diese Chemotherapie kommt heute in meinen Körper und sicher nicht über meine Armvenen. Wieder gings mit Epirubicin los, pünktlich nach 20min wurde mir übel und ich bekam Kopf- und Nackenschmerzen. Das hat zusätzlich genervt, eine simple PCM-Tablette und ein Eispack im Nacken brachten aber rasch Erleichterung. Als das Cortison und das Epirubicin nach mühevollen Stunden drin waren, liefen die anderen beiden Infusionen als ob es nie ein Problem gegeben hätte. Dann kam auch der Anästhesist auf ein Schwätzchen vorbei, ein Problem gab es ja nicht mehr zu lösen. Um ca. 17Uhr wars dann, nach 8 Stunden, endlich geschafft. Noch am Nachhauseweg wurde mir aber tierisch übel, zusätzlich hatte ich auch noch Hunger. Außer einer halben Tafel Schoki hatte ich bei dem Streß kein Essen gebraucht. Interessanterweise wird die Übelkeit durch kleine Mengen einfacher Nahrung (Reis) besser. Die Nacht war ok, am Donnerstag war ich nicht gesund aber doch erstaunlich fit. Ein bisschen flau im Bauch, müde, aber sonst alles ok. War sogar eine Freundin besuchen und ihr neues Kätzchen bestraunen. Freitag wars dann aber schlimm - Übelkeit, Müdigkeit, ein benommenes Gefühl im Kopf. Von Samstag an ging es mir dann wieder besser und seit Dienstag kann ich durchaus behaupten, dass es mir gut geht. Hoffentlich bleibt das so. Leukozyten sind mit 4,5 im Normbereich, Hb und Erys knapp darunter. Alles kein Problem. Hoffentlich bleibt das so!!!!
Kaum gings mir nach der ersten Chemo wieder richtig gut wars auch schon wieder Zeit für die zweite. Und mit richtig gut meine ich richtig gut - ich war laufen, Rad fahren, spazieren, am Strand fläzen, alles was das Herz begehrt. Sportliche Aktivitäten zwar kürzer und weniger intensiv als sonst, aber es funktioniert immerhin. 2 Tage vor der Chemo brach dann kurzfristig die Panik aus - Zahnschmerzen. Diese wurden Montag nachmittag aber als harmloses Karies identifiziert, behandelt und gut wars.
Die Chemotherapie selbst war dann ein einziges Affentheater. Assistenzarzt sticht den Port an, es läuft genau nix. Er probiert ein bisschen rum, es tut sich nix. Er krigt die Krise, denkt er hat einen Fehler gemacht und holt die Oberärztin. Die schaut sich die Sache mal an, die Nadel sitzt richtig, probiert auch ein bisschen rum - es tut sich weiterhin fast nix. Kaum ein Tropfen NaCl-Lösung will durch dem Port. Die Schwester hängt das Fortecortin an, vielleicht läuft das besser? fehlanzeige, jetzt tropft es noch seltener. Oberärztin kommt nocheinmal, neuer Stich, tut aasig weh, nutzt aber nix. Erneutes Verschieben und Verdrehen der Nadel, nix. Ok, es muß der Anästhesist her, der den Port gelegt hat. Der ist aber im OP unabkömmlich. Inzwischen soll ich schon mal in die Radiologie, Kontrastmitteldarstellung des Ports. Also warten auf den Abruf und dann Abmarsch ins Röntgen. Beim Aufstehen tropft auf einmal Blut aus der Einstichstelle am Port und landet ganz dezent auf meinem schönen weißen Rock. Gut, Rötgen wurde mit Müh und Plage durchgeführt, da der Bildschirm der Durchleuchtungsanlage ausgerechnet während meiner Untersuchung das Zeitliche gesegnet hat. Ergebnis: Soweit alles ok., der Venenkatheter macht allerdings im Gefäß eine M-förmige Verbiegung. Sieht beinahe aus wie der Anfangsbuchtsabe einer berühmten Fastfood-Kette. Das könnte die Ursache des Übels sein, ist spontan aber nicht behebbar. Mir werden 2 Alternativen vorgeschlagen: Chemo über die Armvene oder den Zyklus verschieben. Ich zeige der OÄ beinahe den Vogel wegen Option1, bin völlig entnervt und wähle Option 3: Ich sitze das aus, hier und jetzt. Und wenn die Infusionen bis Mitternacht dauern, diese Chemotherapie kommt heute in meinen Körper und sicher nicht über meine Armvenen. Wieder gings mit Epirubicin los, pünktlich nach 20min wurde mir übel und ich bekam Kopf- und Nackenschmerzen. Das hat zusätzlich genervt, eine simple PCM-Tablette und ein Eispack im Nacken brachten aber rasch Erleichterung. Als das Cortison und das Epirubicin nach mühevollen Stunden drin waren, liefen die anderen beiden Infusionen als ob es nie ein Problem gegeben hätte. Dann kam auch der Anästhesist auf ein Schwätzchen vorbei, ein Problem gab es ja nicht mehr zu lösen. Um ca. 17Uhr wars dann, nach 8 Stunden, endlich geschafft. Noch am Nachhauseweg wurde mir aber tierisch übel, zusätzlich hatte ich auch noch Hunger. Außer einer halben Tafel Schoki hatte ich bei dem Streß kein Essen gebraucht. Interessanterweise wird die Übelkeit durch kleine Mengen einfacher Nahrung (Reis) besser. Die Nacht war ok, am Donnerstag war ich nicht gesund aber doch erstaunlich fit. Ein bisschen flau im Bauch, müde, aber sonst alles ok. War sogar eine Freundin besuchen und ihr neues Kätzchen bestraunen. Freitag wars dann aber schlimm - Übelkeit, Müdigkeit, ein benommenes Gefühl im Kopf. Von Samstag an ging es mir dann wieder besser und seit Dienstag kann ich durchaus behaupten, dass es mir gut geht. Hoffentlich bleibt das so. Leukozyten sind mit 4,5 im Normbereich, Hb und Erys knapp darunter. Alles kein Problem. Hoffentlich bleibt das so!!!!
Donnerstag, 9. Juli 2009
Haare ab
Nun ist es also soweit. Die Haare sind weg.
Eigentlich hätte das gestern eine Frisörin erledigen sollen. Die hat sich aber geweigert, mir eine Glatze zu scheren. Dafür hat sie mir einen Kurzhaarschnitt verpasst - genau das, was ich NICHT wollte. Jedenfalls gingen mir dann über Nacht ziemlich viele kurze Haare aus und die Kurzhaarfrisur war sowieso keine Lösung für die Öffentlichkeit. Wie sieht das denn aus, erst 60cm-Haare, dann 3cm und dann wieder 50cm und auch noch rötlich getönt? Gestern und heute nachmittag hatte ich meinen Fiffi über den kurzen Haaren auf, das hat aber nicht wirklich funktioniert. Und über den Tag habe ich weiter Haare verloren und mit mir gehadert. Schließlich und endlich gabs dann aber kurzen Prozess, den die Haarschneidemaschine beinahe nicht überlebt hätte. Jetzt sitze ich da mit Glatze und Ringelmütze auf. Die Entscheidung war jedenfalls richtig.
Eigentlich hätte das gestern eine Frisörin erledigen sollen. Die hat sich aber geweigert, mir eine Glatze zu scheren. Dafür hat sie mir einen Kurzhaarschnitt verpasst - genau das, was ich NICHT wollte. Jedenfalls gingen mir dann über Nacht ziemlich viele kurze Haare aus und die Kurzhaarfrisur war sowieso keine Lösung für die Öffentlichkeit. Wie sieht das denn aus, erst 60cm-Haare, dann 3cm und dann wieder 50cm und auch noch rötlich getönt? Gestern und heute nachmittag hatte ich meinen Fiffi über den kurzen Haaren auf, das hat aber nicht wirklich funktioniert. Und über den Tag habe ich weiter Haare verloren und mit mir gehadert. Schließlich und endlich gabs dann aber kurzen Prozess, den die Haarschneidemaschine beinahe nicht überlebt hätte. Jetzt sitze ich da mit Glatze und Ringelmütze auf. Die Entscheidung war jedenfalls richtig.
Dienstag, 7. Juli 2009
Haare
Langsam aber sicher wird es Wirklichkeit - Haarausfall. Wurde mir für den 12. bis 15. Tag nach der 1. Chemo angekündigt. Gestern abend, pünktlich an Tag 12, fielen die ersten Haare aus. Heute morgen waren es leider schon mehr. Morgen, spätestens am Donnerstag, befürchte ich, bin ich reif für den Frisör. Glatze scheren. Ich darf da gar nicht dran denken, meine schöne lange Mähne....
Donnerstag, 2. Juli 2009
In meiner Mundhöhle...
feiert heute jemand Grillparty. Die Wangen brennen und die Zunge glüht. Alle Löschversuche mit kaltem Joghurt, Eiswürfeln und Salbeitee und Panthenol-Lutschtabletten helfen nur kurz.
Zum Glück ist das aber zur Zeit die einzige Nebenwirkung der Chemo!
Zum Glück ist das aber zur Zeit die einzige Nebenwirkung der Chemo!
Sonntag, 28. Juni 2009
Histologie
Gestern kamen sämtliche Histologiebefunde per Post. Eigentlich kannte ich auch den letzten Befund bereits aber in Ruhe gelesen hat er mich noch einmal schockiert.
"Im Bereich der Ränder der Wundhöhle befinden sich diffus verteilte Zellgruppen eines intraduktalen Carcinomes. Außerdem finden sich in 2 weiteren Quadranten Anteile eines intraduktalen Carcinomes unterschiedlicher Größe. Kein weiteres invasives Carcinom nachweisbar."
Heftig.
"Im Bereich der Ränder der Wundhöhle befinden sich diffus verteilte Zellgruppen eines intraduktalen Carcinomes. Außerdem finden sich in 2 weiteren Quadranten Anteile eines intraduktalen Carcinomes unterschiedlicher Größe. Kein weiteres invasives Carcinom nachweisbar."
Heftig.
1. Zyklus FEC
Unglaublich, was sich in den letzten Tagen getan hat. Und was ein Mensch alles aushält. Eine OP am 8.6., eine OP am 15.6. und ein Chemotherapie-Zyklus am 24. 6.! Uffff. Kein Wunder, dass ich die Nachmittage regelmäßig verpenne und nach einer Stunde spazieren gehen ko bin.
Die Chemotherapie verlief eigentlich ganz gut. Erst mal gab es Startschwierigkeiten, weil mein zickiges Etwas namens Port nicht funktionieren wollte. Dass der weh tut ist nun ja nichts mehr Neues, dass er sich aber spülen lässt und dann keine Infusion rein geht fand ich gar nicht prickelnd. Hatte schon Besuch vom Anästhesisten, der das Ding gelegt hat, der hat noch vor der offenen Zimmertür ein weniger nettes Kommentar mit sch... abgegeben,. Aber irgendwann liefs dann doch. Der Vorlauf sehr zögerlich, das Epirubicin statt 15min über 60, irgendwann wars drin. Tief einatmen, nicht lachen, wenig sprechen, dann funktioniert der Port. Nicht gerade das Paradebeispiel für einen "sicheren venösen Zugang".
Mittwoch Nachmittag war ich erst mal platt. Müde, völlig fertig. Und hatte Magenschmerzen, oder war das doch Übelkeit? Ließ sich nicht genau differenzieren. Donnerstag morgens schien der Spuk vorbei. Noch etwas müde, aber im Bauch war alles ok. Schön, dachte schon, das wäre es gewesen. In der Nacht zum Freitag fühlte ich mich plötzlich unruhig und hätte doch so gerne weitergeschlafen, die Beine waren kribbelig, ich war genervt. Hm, kommt das von der Chemo oder vom Kortison drumherum? Freitag war mir wieder übel, oder waren es Magenschmerzen, wasweißich. Ein normalerweise völlig problemloser Spaziergang wurde mir auf einmal viel zu weit. Ich habe Durst wie ein Kamel in der Wüste und saufe doch wie ein Pferd. Gegen Abend beruhigt sich der Bauch auch wieder. Samstag ist nicht mehr viel von Chemotherapie zu bemerken. Heute bin ich wieder hundemüde, das Schlafen am Nachmittag wird langsam aber sicher Standard.
Die Chemotherapie verlief eigentlich ganz gut. Erst mal gab es Startschwierigkeiten, weil mein zickiges Etwas namens Port nicht funktionieren wollte. Dass der weh tut ist nun ja nichts mehr Neues, dass er sich aber spülen lässt und dann keine Infusion rein geht fand ich gar nicht prickelnd. Hatte schon Besuch vom Anästhesisten, der das Ding gelegt hat, der hat noch vor der offenen Zimmertür ein weniger nettes Kommentar mit sch... abgegeben,. Aber irgendwann liefs dann doch. Der Vorlauf sehr zögerlich, das Epirubicin statt 15min über 60, irgendwann wars drin. Tief einatmen, nicht lachen, wenig sprechen, dann funktioniert der Port. Nicht gerade das Paradebeispiel für einen "sicheren venösen Zugang".
Mittwoch Nachmittag war ich erst mal platt. Müde, völlig fertig. Und hatte Magenschmerzen, oder war das doch Übelkeit? Ließ sich nicht genau differenzieren. Donnerstag morgens schien der Spuk vorbei. Noch etwas müde, aber im Bauch war alles ok. Schön, dachte schon, das wäre es gewesen. In der Nacht zum Freitag fühlte ich mich plötzlich unruhig und hätte doch so gerne weitergeschlafen, die Beine waren kribbelig, ich war genervt. Hm, kommt das von der Chemo oder vom Kortison drumherum? Freitag war mir wieder übel, oder waren es Magenschmerzen, wasweißich. Ein normalerweise völlig problemloser Spaziergang wurde mir auf einmal viel zu weit. Ich habe Durst wie ein Kamel in der Wüste und saufe doch wie ein Pferd. Gegen Abend beruhigt sich der Bauch auch wieder. Samstag ist nicht mehr viel von Chemotherapie zu bemerken. Heute bin ich wieder hundemüde, das Schlafen am Nachmittag wird langsam aber sicher Standard.
Freitag, 19. Juni 2009
Wieder zu Hause!
Seit gestern ist das Thema Krankenhaus erst mal abgehakt. Schon am 3. postoperativen Tag gings wieder nach Hause. Gut so. Ich fühle mich halbwegs fit, Schmerzen gibt es so gut wie nicht mehr, seit die Drainage entfernt wurde.
Einzig der Port nervt. Und das ganz gewaltig, bei fast jeder Bewegung, beim Liegen auf der linken Seite usw. Letzte Woche tat das Teil so weh, dass ich eine Nacht lang kein Auge zubekommen habe und am nächsten Morgen im Krankenhaus zur Kontrolle aufgelaufen bin.
Der Nachhauseweg führte auch am Sanitätshaus vorbei. Ich wusste gar nicht, dass "die Brustpatientin von heute" nur Weiß trägt und mindestens Körbchengröße C hat. Hilfe, ich bin doch noch nicht 70! Die Verkäuferin hatte exakt einen passenden ProthesenBH für mich, der hat allerdings wirklich gepasst und sieht trotz weiß auch ganz nett aus. Schwarze BHs musste sie erst bestellen, Lagerhaltung lohnt sich nicht. An die Prothese muß ich mich langsam gewöhnen, das dürfte aber kein Problem sein, wenn die Narbe erst mal gut verheilt ist.
Den Gedanken an einen Brustaufbau habe ich erst mal von mir geschoben. Ich kann das Wort Narkose nicht mehr hören und die Prozeduren drumherum nicht mehr ertragen. Mir wurde empfohlen, erst mal die Chemotherapie durchzuziehen und mir dann ein Jahr Erholungszeit zu gönnen. Dann werde ich mich beraten lassen und weiter entscheiden.
Einzig der Port nervt. Und das ganz gewaltig, bei fast jeder Bewegung, beim Liegen auf der linken Seite usw. Letzte Woche tat das Teil so weh, dass ich eine Nacht lang kein Auge zubekommen habe und am nächsten Morgen im Krankenhaus zur Kontrolle aufgelaufen bin.
Der Nachhauseweg führte auch am Sanitätshaus vorbei. Ich wusste gar nicht, dass "die Brustpatientin von heute" nur Weiß trägt und mindestens Körbchengröße C hat. Hilfe, ich bin doch noch nicht 70! Die Verkäuferin hatte exakt einen passenden ProthesenBH für mich, der hat allerdings wirklich gepasst und sieht trotz weiß auch ganz nett aus. Schwarze BHs musste sie erst bestellen, Lagerhaltung lohnt sich nicht. An die Prothese muß ich mich langsam gewöhnen, das dürfte aber kein Problem sein, wenn die Narbe erst mal gut verheilt ist.
Den Gedanken an einen Brustaufbau habe ich erst mal von mir geschoben. Ich kann das Wort Narkose nicht mehr hören und die Prozeduren drumherum nicht mehr ertragen. Mir wurde empfohlen, erst mal die Chemotherapie durchzuziehen und mir dann ein Jahr Erholungszeit zu gönnen. Dann werde ich mich beraten lassen und weiter entscheiden.
Dienstag, 16. Juni 2009
Trennungsschmerz
Oder ein Gefuehl groesstmoglicher Sicherheit, dass nun alle fassbaren Krebszellen meinen Koerper verlassen haben. Die Entscheidung zur Ablatio war schwer. Gestern war schliesslich die OP, heute geht es mir schon wieder recht gut, Schmerzen habe ich so gut wie keine.
Mittwoch, 10. Juni 2009
Ein Schrecken ohne Ende....
Montag war also die Nachresektion. Schon heute mittag gab es ein erstes Ergebnis vom Pathologen. Alle Liebhaber gepflegter Ausdrucksweise bitte wegschauen: Schöner Scheiss. Isolierte Zellnester eines DCIS im gesamten Nachresektat verteilt. Keine Rede von tumorfrei. Nun ist also für nächsten Montag die Ablatio geplant. Für mich kommt, onkologisch wie psychisch, keine andere Methode mehr in Frage. Eine weitere Nachresektion könnte zu keinem kosmetisch akzeptablen Ergebnis mehr führen, hinterlässt aber trotzdem Unsicherheiten.
Hört dass denn nie auf...
Hört dass denn nie auf...
Dienstag, 9. Juni 2009
geschafft!
Ist inzwischen auch die Nachresektion. Ausserdem bin ich jetzt stolze Besitzerin eines Ports und eines gelben Scheins bis Ende Juli. Ein Rezept fuer eine Peruecke habe ich auch bekommen und einen Zeitplan fuer die Chemo. Die Letzte ist fuer 30.9. Geplant. Ich habe mich noch nie so auf Oktober gefreut!
Sonntag, 7. Juni 2009
Nachresektion
Bin wieder im Krankenhaus.OP ist fur morgen 8 Uhr geplant.dabei bekomme ich auch einen Port. Gruseliger Gedanke.so etwas bekommen doch nur die wirklich Kranken. Hoffentlich klappt alles so gut wie beim letzten mal. Und hoffentlich schnarcht meine zimmernachbarin nicht.
Ein neuer Schrecken
19.Mai 2009: Wundkontrolle. Alles Bestens. Die endgültige Histologie scheint das Ergebnis der Stanzbiopsie zu bestätigen. Die Lymphknoten sind tumorfrei. Es gibt aber ein Problem: Der Resektionsrand. Der Tumor konnte zwar vollständig entfernt werden, in den gedachten 5mm Sicherheitszone befanden sich aber noch DCIS-Zellen, bis <1mm Abstand zum Schnittrand. Zu riskant, sich rein auf die Strahlentherapie zu verlassen. Eine Nachresektion ist notwendig. Ok, damit kann ich und muß ich leben. Ein Termin soll erst festgelegt werden, nachdem alle histologischen Untersuchungen fertig sind und die Frage, ob Chemotherapie ja oder nein geklärt ist.
Was? Chemotherapie? Davon war bis jetzt noch gar keine Rede! Jetzt wird sie mir aber empfohlen. Meine Psyche schaltet mal wieder auf Schreckstarre, ich versuche, mich auf medizinisch wesentliche Fakten zu konzentrieren. Stell dir vor, du liest die Befunde eines Patienten, nicht die eigenen, blende den Namen und das Geburtsdatum im Betreff aus. Hat mir eine liebe Kollegin, die das alles selbst schon erlebt hat, empfohlen. Das hilft!
Was die Chemo betrifft, sind sich die Experten nicht einig. In der Tumorkonferenz wurden pros und contras gegeneinander abgewägt. Mit dem Ergebniss, dass genauso viel für wie gegen eine Chemotherapie spricht. DAS Argument dafür war aber mein Alter, in Kombination mit dem G2. Um sicherer zu gehen sollte ich mich an der Universitätsfrauenklinik in Kiel vorstellen. Der dortige Vorstand sollte seine Empfehlung für die adjuvante Therapie abgeben. Ich bin sehr einverstanden, der Termin findet aber erst am 3.6. statt, da der Professor im Urlaub ist.
Was? Chemotherapie? Davon war bis jetzt noch gar keine Rede! Jetzt wird sie mir aber empfohlen. Meine Psyche schaltet mal wieder auf Schreckstarre, ich versuche, mich auf medizinisch wesentliche Fakten zu konzentrieren. Stell dir vor, du liest die Befunde eines Patienten, nicht die eigenen, blende den Namen und das Geburtsdatum im Betreff aus. Hat mir eine liebe Kollegin, die das alles selbst schon erlebt hat, empfohlen. Das hilft!
Was die Chemo betrifft, sind sich die Experten nicht einig. In der Tumorkonferenz wurden pros und contras gegeneinander abgewägt. Mit dem Ergebniss, dass genauso viel für wie gegen eine Chemotherapie spricht. DAS Argument dafür war aber mein Alter, in Kombination mit dem G2. Um sicherer zu gehen sollte ich mich an der Universitätsfrauenklinik in Kiel vorstellen. Der dortige Vorstand sollte seine Empfehlung für die adjuvante Therapie abgeben. Ich bin sehr einverstanden, der Termin findet aber erst am 3.6. statt, da der Professor im Urlaub ist.
Samstag, 6. Juni 2009
Ein Krankenhaus aus der falschen Perspektive
10.Mai 2009: Seit Jahren gehe ich beinahe täglich ins Krankenhaus. Aus Überzeugung, weil mich das Studium fasziniert hat und weil es jetzt mein Beruf noch viel mehr tut.
Diesmal ist aber etwas verkehrt. Ich werde nach einigen Daten und Telefonnummern gefragt, muß unterschreiben, bekomme Thrombosestrümpfe angemessen - und finde mich plötzlich auf der falschen Seite des Klinikalltags wieder. Nach der Achterbahn der Gefühle der letzten Tage, Angst, Verzweiflung, Sorge, Schmerz, aber auch Freude, Spaß und Geborgenheit,alles in raschem Wechsel, überwiegt nach der Krankenhausaufnahme die Zuversicht. In wenigen Stunden bin ich diesen Tumor los. Dann ist er WEG, kann erst mal keinen weiteren Schaden mehr anrichten. Die Schlaftablette lege ich um 22Uhr aufs Nachtkästchen, drehe mich um und schlafe bis zum nächsten Morgen.
11.Mai 2009: Ich strahle. Nicht vor Freude, nein, radioaktiv. Zumindest 4 meiner Lymphknoten in der rechten Achselhöhle tun das, nachdem sie mit einem radioaktiven Medikament markiert wurden. In weniger als 1 Stunde muß ich mich von ihnen trennen, sie sollen Aufschluss darüber geben, ob sich schon bösartige Zellen in das Lymphsystem ausgebreitet haben. Dann geht es mal wieder sehr schnell. Beruhigungspille, Thrombosestrümpfe und OP-Hemdchen an, schnell aufs WC und ab ins Bett, ab in den OP. Die Beruhigungspille hätte vielleicht noch etwas mehr Zeit gebraucht, ich habe Dinge gesehen und mitbekommen, von denen ich eigentlich nichts wissen wollte. Wie man eine Narkose einleitet wusste ich auch schon vorher, aber ich habe sogar die ersten Atemzüge Narkosegas noch bewusst eingeatmet, erst dann kam der Filmriss. Gegen 13 Uhr wurde ich wieder wach. Mein Busen war noch da, eindeutig. Aua. Ich bekam ein Schmerzmedikament, das mich gleich wieder ins Träumeland schickte. Kurz darauf fand ich mich in meinem Zimmer auf der Gyn-Station wieder. Nach einiger Zeit die ersten Telefonate. Mir geht es gut, leichte Schmerzen aber alles ok. Später kam die Chefarztvisite. Die Op ging gut, es konnte brusterhaltend operiert und der Tumor großzügig entfernt werden. Alle Lymphknoten waren tumorfrei. Ich bin glücklich. Noch am selben Nachmitag darf und kann ich wieder aufstehen. Abends kommt der erste Besuch. Nachts gibt es dann doch noch stärkere Schmerzen, die sich aber mit Novamin bekämpfen lassen.
Dienstag Vormittag spaziere ich 3 Runden über die Station und am Nachmittag gleich bis vors Haus.
Mittwoch steht die Skelettszintigrafie am Programm. Ich strahle wieder, von innen heraus. Schon wieder radioaktiv. Die Injektion der Radioaktivität gestaltet sich als ein besonderes Spektakel. Dann der Verbandswechsel. Unter normalen Umständen sind Verbandswechsel, wie überhaupt alles, was mit Wundmanagement zu tun hat, mein Thema. Aber kaum gehts ans eigene Fell... Wie oft hatte ich schon eine Lasche in einer Wunde platziert oder wieder entfernt, ehrlich, ich habe nicht mitgezählt. Diese eine, die in meiner rechten Brust, hätte mich beinahe zum Kollabieren gebracht. Wie viele Redons habe ich schon gezogen, keine Ahnung. Tief einamen - und mit einem lauten Schrei wieder ausatmen. Himmel, das tat weh. Aber es ist weg. Nach einer schier endlosen Minute oder zwei ging dann auch der Schmerz und kam zumindest Tagsüber nicht mehr wieder. Später erfolgte dann die eigentliche Szintigrafie. Vom vielen Laufen der letzten Wochen zickte mein Schienbeinkantensyndrom. Das konnte man in der Szintigrafie natürlich deutlich erkennen und sorgte dann auch für die entsprechende Aufregung unter den MTAs. Aber schlußendlich war alles in bester Ordnung. Wieder eine Sorge weniger.
Am Donnerstag lerne ich vor allem eines: Warten. Auf den Sozialdienst, auf die Physiotherapie, auf den Psychoonkologen, auf das Thoraxröntgen. Ich lerne auch, dass Angst in meiner Situation normal ist, zumindest für Psychoonkologen. Und dass die Schreckstarre, in der sich mein Geist seit über einer Woche befindet, mein Schutzmechanismus ist. Echt? Hätte ich kaum geglaubt;-)Und ich lerne, wie sich Dysästhesien anfühlen, was eine Sensibilitätsstörung ist. Ich kann in meiner rechten Achsel das Pflaster entfernen. Normalerweise müsste das an allen dort vorhandenen Haaren ziehen und zerren. Ich spüre das aber nicht oder nur minimal. Dafür spielen diverse sensible Nerven dieser Region verrückt, bevorzugt nachts. Aua. Meine Bezugsschwester ist die Nachtschwester, ich bin ein nächtlicher Novamin-Junkie.
Freitags: Oberarztvisite um kurz vor 7 Uhr morgens. Ich schlafe noch, viele Fragen fallen mir nicht ein. Ich bekomme einen Termin zur Kontrolluntersuchung beim Chefarzt und gehe nach Hause.
Diesmal ist aber etwas verkehrt. Ich werde nach einigen Daten und Telefonnummern gefragt, muß unterschreiben, bekomme Thrombosestrümpfe angemessen - und finde mich plötzlich auf der falschen Seite des Klinikalltags wieder. Nach der Achterbahn der Gefühle der letzten Tage, Angst, Verzweiflung, Sorge, Schmerz, aber auch Freude, Spaß und Geborgenheit,alles in raschem Wechsel, überwiegt nach der Krankenhausaufnahme die Zuversicht. In wenigen Stunden bin ich diesen Tumor los. Dann ist er WEG, kann erst mal keinen weiteren Schaden mehr anrichten. Die Schlaftablette lege ich um 22Uhr aufs Nachtkästchen, drehe mich um und schlafe bis zum nächsten Morgen.
11.Mai 2009: Ich strahle. Nicht vor Freude, nein, radioaktiv. Zumindest 4 meiner Lymphknoten in der rechten Achselhöhle tun das, nachdem sie mit einem radioaktiven Medikament markiert wurden. In weniger als 1 Stunde muß ich mich von ihnen trennen, sie sollen Aufschluss darüber geben, ob sich schon bösartige Zellen in das Lymphsystem ausgebreitet haben. Dann geht es mal wieder sehr schnell. Beruhigungspille, Thrombosestrümpfe und OP-Hemdchen an, schnell aufs WC und ab ins Bett, ab in den OP. Die Beruhigungspille hätte vielleicht noch etwas mehr Zeit gebraucht, ich habe Dinge gesehen und mitbekommen, von denen ich eigentlich nichts wissen wollte. Wie man eine Narkose einleitet wusste ich auch schon vorher, aber ich habe sogar die ersten Atemzüge Narkosegas noch bewusst eingeatmet, erst dann kam der Filmriss. Gegen 13 Uhr wurde ich wieder wach. Mein Busen war noch da, eindeutig. Aua. Ich bekam ein Schmerzmedikament, das mich gleich wieder ins Träumeland schickte. Kurz darauf fand ich mich in meinem Zimmer auf der Gyn-Station wieder. Nach einiger Zeit die ersten Telefonate. Mir geht es gut, leichte Schmerzen aber alles ok. Später kam die Chefarztvisite. Die Op ging gut, es konnte brusterhaltend operiert und der Tumor großzügig entfernt werden. Alle Lymphknoten waren tumorfrei. Ich bin glücklich. Noch am selben Nachmitag darf und kann ich wieder aufstehen. Abends kommt der erste Besuch. Nachts gibt es dann doch noch stärkere Schmerzen, die sich aber mit Novamin bekämpfen lassen.
Dienstag Vormittag spaziere ich 3 Runden über die Station und am Nachmittag gleich bis vors Haus.
Mittwoch steht die Skelettszintigrafie am Programm. Ich strahle wieder, von innen heraus. Schon wieder radioaktiv. Die Injektion der Radioaktivität gestaltet sich als ein besonderes Spektakel. Dann der Verbandswechsel. Unter normalen Umständen sind Verbandswechsel, wie überhaupt alles, was mit Wundmanagement zu tun hat, mein Thema. Aber kaum gehts ans eigene Fell... Wie oft hatte ich schon eine Lasche in einer Wunde platziert oder wieder entfernt, ehrlich, ich habe nicht mitgezählt. Diese eine, die in meiner rechten Brust, hätte mich beinahe zum Kollabieren gebracht. Wie viele Redons habe ich schon gezogen, keine Ahnung. Tief einamen - und mit einem lauten Schrei wieder ausatmen. Himmel, das tat weh. Aber es ist weg. Nach einer schier endlosen Minute oder zwei ging dann auch der Schmerz und kam zumindest Tagsüber nicht mehr wieder. Später erfolgte dann die eigentliche Szintigrafie. Vom vielen Laufen der letzten Wochen zickte mein Schienbeinkantensyndrom. Das konnte man in der Szintigrafie natürlich deutlich erkennen und sorgte dann auch für die entsprechende Aufregung unter den MTAs. Aber schlußendlich war alles in bester Ordnung. Wieder eine Sorge weniger.
Am Donnerstag lerne ich vor allem eines: Warten. Auf den Sozialdienst, auf die Physiotherapie, auf den Psychoonkologen, auf das Thoraxröntgen. Ich lerne auch, dass Angst in meiner Situation normal ist, zumindest für Psychoonkologen. Und dass die Schreckstarre, in der sich mein Geist seit über einer Woche befindet, mein Schutzmechanismus ist. Echt? Hätte ich kaum geglaubt;-)Und ich lerne, wie sich Dysästhesien anfühlen, was eine Sensibilitätsstörung ist. Ich kann in meiner rechten Achsel das Pflaster entfernen. Normalerweise müsste das an allen dort vorhandenen Haaren ziehen und zerren. Ich spüre das aber nicht oder nur minimal. Dafür spielen diverse sensible Nerven dieser Region verrückt, bevorzugt nachts. Aua. Meine Bezugsschwester ist die Nachtschwester, ich bin ein nächtlicher Novamin-Junkie.
Freitags: Oberarztvisite um kurz vor 7 Uhr morgens. Ich schlafe noch, viele Fragen fallen mir nicht ein. Ich bekomme einen Termin zur Kontrolluntersuchung beim Chefarzt und gehe nach Hause.
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