Sonntag, 7. Juni 2009

Ein neuer Schrecken

19.Mai 2009: Wundkontrolle. Alles Bestens. Die endgültige Histologie scheint das Ergebnis der Stanzbiopsie zu bestätigen. Die Lymphknoten sind tumorfrei. Es gibt aber ein Problem: Der Resektionsrand. Der Tumor konnte zwar vollständig entfernt werden, in den gedachten 5mm Sicherheitszone befanden sich aber noch DCIS-Zellen, bis <1mm Abstand zum Schnittrand. Zu riskant, sich rein auf die Strahlentherapie zu verlassen. Eine Nachresektion ist notwendig. Ok, damit kann ich und muß ich leben. Ein Termin soll erst festgelegt werden, nachdem alle histologischen Untersuchungen fertig sind und die Frage, ob Chemotherapie ja oder nein geklärt ist.
Was? Chemotherapie? Davon war bis jetzt noch gar keine Rede! Jetzt wird sie mir aber empfohlen. Meine Psyche schaltet mal wieder auf Schreckstarre, ich versuche, mich auf medizinisch wesentliche Fakten zu konzentrieren. Stell dir vor, du liest die Befunde eines Patienten, nicht die eigenen, blende den Namen und das Geburtsdatum im Betreff aus. Hat mir eine liebe Kollegin, die das alles selbst schon erlebt hat, empfohlen. Das hilft!
Was die Chemo betrifft, sind sich die Experten nicht einig. In der Tumorkonferenz wurden pros und contras gegeneinander abgewägt. Mit dem Ergebniss, dass genauso viel für wie gegen eine Chemotherapie spricht. DAS Argument dafür war aber mein Alter, in Kombination mit dem G2. Um sicherer zu gehen sollte ich mich an der Universitätsfrauenklinik in Kiel vorstellen. Der dortige Vorstand sollte seine Empfehlung für die adjuvante Therapie abgeben. Ich bin sehr einverstanden, der Termin findet aber erst am 3.6. statt, da der Professor im Urlaub ist.

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